MOO Camp 2026: Promovierende modellieren reale Optimierungsprobleme aus der Praxis
Vom 17. bis 21. August 2026 kamen Promovierende des Graduiertenkollegs MIMO in Neustadt an der Weinstraße zum ersten „Multiobjective Optimization Modelling Camp" (MOO Camp) zusammen.
Veranstaltet wurde das Camp vom interdiszipinären DFG-Graduiertenkolleg MIMO („Mathematics of Interdisciplinary Multiobjective Optimization") unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Ruzika. In Gruppen von drei bis vier Personen bearbeiteten die Teilnehmenden über fünf Tage hinweg drei realitätsnahe Modellierungsaufgaben, die in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) erstellt wurden und an echten Industrieproblemen angelehnt waren: die Einschnittplanung in einem Sägewerk, die Palettenbeladung im Einzelhandel und die Planung einer resilienten kommunalen Wasserversorgung. Vorgegeben war dabei keine fertige Modellstruktur. Die Gruppen mussten vielmehr jeweils selbst konkurrierende Zielkriterien herausarbeiten, ein mathematisches multikriterielles Optimierungsmodell entwickeln, benötigte Daten recherchieren und einen Lösungsansatz umsetzen. Am Freitag stellten sie ihre Modelle und Ergebnisse in Abschlusspräsentationen vor und diskutierten die erarbeiteten Modelle und Lösungsstrategien.
Eine Besonderheit des Camps war der bewusste Umgang mit KI-Werkzeugen als Modellierungsassistenz: KI-Tools waren erlaubt und erwünscht, jede modellierungsrelevante Entscheidung musste die Gruppe jedoch selbst erklären und verantworten. Zusätzlich wurden die von den Gruppen erstellten Modelle mit den Ergebnissen eines autonom arbeitenden „agentischen KI-Forschers" verglichen, der dieselben Probleme unabhängig bearbeitet hatte – ein Vergleich, der in der Feedbackrunde für angeregte Diskussionen sorgte.
Konzeptionell knüpft das MOO Camp an die Kaiserslauterer Tradition industrienaher angewandter Mathematik an. Neben der inhaltlichen Arbeit gehörte auch ein Ausflug zum Hambacher Schloss zum Programm. Die Organisator:innen werten die Erfahrungen derzeit aus und planen, das Format in einem Bericht als Fallstudie für andere Interessierte aufzubereiten.


